Was ist der höchste Berg der Welt?

Wenn Menschen gefragt werden, welcher der höchste Berg der Welt ist, lautet die häufigste Antwort: Mount Everest. Diese Antwort ist grundsätzlich richtig, denn der Mount Everest besitzt mit 8.848,86 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten Gipfel der Erde. Der Berg befindet sich im Himalaya an der Grenze zwischen Nepal und der Autonomen Region Tibet in China und zieht jedes Jahr Tausende Bergsteiger aus aller Welt an.

Doch die Frage nach dem höchsten Berg der Welt ist interessanter, als sie auf den ersten Blick erscheint. Je nachdem, wie man „höchster Berg“ definiert, kann die Antwort unterschiedlich ausfallen. Betrachtet man die Höhe über dem Meeresspiegel, ist der Mount Everest eindeutig die Nummer eins. Misst man jedoch die gesamte Höhe eines Berges von seinem Fuß bis zum Gipfel, kann ein anderer Berg den Titel für sich beanspruchen.

Der Mount Everest – das Dach der Erde

Der Mount Everest gehört zum Himalaya, dem höchsten Gebirge der Welt. Sein Gipfel erreicht eine offiziell anerkannte Höhe von 8.848,86 Metern, die im Jahr 2020 von Nepal und China gemeinsam bestätigt wurde. Der Berg ist nach dem britischen Geografen Sir George Everest benannt, obwohl die Einheimischen ihn seit Jahrhunderten unter anderen Namen kennen. In Nepal heißt er Sagarmatha, was sinngemäß „Stirn des Himmels“ bedeutet. In Tibet trägt er den Namen Chomolungma, der häufig mit „Göttin des Universums“ übersetzt wird.

Der Everest entstand durch die Kollision der Indischen und der Eurasischen Platte. Dieser geologische Prozess dauert bis heute an. Tatsächlich wächst der Himalaya jedes Jahr um einige Millimeter, da sich die Erdplatten weiterhin gegeneinander bewegen.

Warum gilt der Everest als höchster Berg?

Die Höhe eines Berges wird in der Regel vom mittleren Meeresspiegel bis zum Gipfel gemessen. Nach dieser Definition ist der Mount Everest der höchste Berg der Erde. Kein anderer Gipfel erreicht eine größere Höhe über dem Meeresspiegel.

Zu den höchsten Bergen der Welt gehören außerdem:

  • K2 – 8.611 Meter
  • Kangchendzönga – 8.586 Meter
  • Lhotse – 8.516 Meter
  • Makalu – 8.485 Meter

Alle diese Berge befinden sich im Himalaya oder im Karakorum und gehören zu den sogenannten Achttausendern. Insgesamt gibt es weltweit 14 Berge mit einer Höhe von über 8.000 Metern.

Ist der Mount Everest wirklich der größte Berg?

Hier wird es spannend. Manche Wissenschaftler unterscheiden zwischen der Höhe über dem Meeresspiegel und der tatsächlichen Gesamthöhe eines Berges.

Ein gutes Beispiel ist der Mauna Kea auf Hawaii. Über dem Meeresspiegel misst er lediglich etwa 4.207 Meter und wirkt deshalb deutlich kleiner als der Everest. Der größte Teil des Berges befindet sich jedoch unter Wasser. Misst man ihn vom Meeresboden bis zum Gipfel, erreicht er eine Gesamthöhe von über 10.000 Metern. Damit ist der Mauna Kea tatsächlich höher als der Mount Everest.

Trotzdem wird der Everest weiterhin als höchster Berg der Welt bezeichnet, weil sich die internationale Definition auf die Höhe über dem Meeresspiegel bezieht.

Die Entstehung des Himalaya

Vor rund 50 Millionen Jahren kollidierte die Indische Kontinentalplatte mit der Eurasischen Platte. Durch diesen gewaltigen Zusammenstoß wurden riesige Gesteinsschichten nach oben gedrückt. So entstand der Himalaya.

Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen. Die Berge wachsen jedes Jahr geringfügig weiter. Gleichzeitig sorgen Erosion, Wind, Eis und Niederschläge dafür, dass Gestein wieder abgetragen wird. Die heutige Höhe des Mount Everest ist daher das Ergebnis eines ständigen Gleichgewichts zwischen Hebung und Abtragung.

Die Erstbesteigung des Mount Everest

Die erste erfolgreiche Besteigung gelang am 29. Mai 1953. Der Neuseeländer Sir Edmund Hillary und der nepalesische Sherpa Tenzing Norgay erreichten als erste Menschen nachweislich den Gipfel.

Diese Expedition gilt bis heute als eine der größten Leistungen der Bergsteigergeschichte. Die damalige Ausrüstung war im Vergleich zu heutigen Standards deutlich einfacher und schwerer. Moderne Kleidung, GPS-Geräte oder leichte Sauerstoffsysteme standen damals noch nicht zur Verfügung.

Warum ist die Besteigung so gefährlich?

Obwohl inzwischen viele Menschen den Gipfel erreicht haben, zählt der Mount Everest weiterhin zu den gefährlichsten Bergen der Welt.

Zu den größten Risiken gehören:

  • extreme Kälte mit Temperaturen unter minus 30 Grad Celsius,
  • starke Winde,
  • Lawinen,
  • Gletscherspalten,
  • Steinschlag,
  • Sauerstoffmangel.

Ab etwa 8.000 Metern beginnt die sogenannte Todeszone. Dort enthält die Luft nur noch rund ein Drittel des Sauerstoffs im Vergleich zum Meeresspiegel. Der menschliche Körper kann sich in dieser Höhe kaum noch regenerieren. Deshalb verbringen Bergsteiger dort nur möglichst wenig Zeit.

Wie viele Menschen besteigen den Everest?

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Expeditionen stark gestiegen. Jedes Jahr versuchen mehrere Hundert bis über tausend Bergsteiger den Gipfel zu erreichen. In guten Wetterfenstern entstehen teilweise lange Warteschlangen auf dem schmalen Gipfelgrat.

Diese Entwicklung wird zunehmend kritisch gesehen. Überfüllte Routen erhöhen das Risiko von Unfällen. Zudem entstehen Umweltprobleme durch zurückgelassene Ausrüstung und Abfälle. Nepal hat deshalb verschiedene Maßnahmen eingeführt, um Sicherheit und Umweltschutz zu verbessern.

Die Bedeutung der Sherpas

Ohne die Sherpas wären viele Expeditionen kaum möglich. Die Sherpas leben seit Generationen im Himalaya und verfügen über außergewöhnliche Erfahrung im Hochgebirge.

Sie transportieren Ausrüstung, errichten Hochlager, befestigen Seile und unterstützen Bergsteiger während der gesamten Expedition. Ihr Wissen über Wetter, Schnee und Eis macht sie zu unverzichtbaren Partnern bei Besteigungen des Mount Everest.

Interessante Fakten über den Mount Everest

Der Mount Everest bietet zahlreiche faszinierende Besonderheiten:

  • Er wächst jedes Jahr um wenige Millimeter.
  • Die Gipfelregion ist dauerhaft von Schnee und Eis bedeckt.
  • Die Temperaturen können im Winter unter minus 50 Grad Celsius fallen.
  • Auf dem Gipfel herrscht nur etwa ein Drittel des Luftdrucks wie auf Meereshöhe.
  • Der Everest ist Teil eines UNESCO-Welterbes im Sagarmatha-Nationalpark.
  • Tausende Menschen träumen davon, den höchsten Gipfel der Erde einmal zu erreichen.

Welcher Berg ist der schwierigste?

Der höchste Berg ist nicht automatisch der schwierigste. Viele erfahrene Alpinisten betrachten den K2 als deutlich anspruchsvoller. Der zweithöchste Berg der Welt besitzt steilere Flanken, schwierigere Kletterpassagen und unberechenbarere Wetterbedingungen. Deshalb gilt der K2 als einer der gefährlichsten Achttausender überhaupt.

Fazit

Die Antwort auf die Frage „Was ist der höchste Berg der Welt?“ hängt von der verwendeten Definition ab. Nach der international anerkannten Messmethode über dem Meeresspiegel ist der Mount Everest mit 8.848,86 Metern eindeutig der höchste Berg der Erde. Betrachtet man dagegen die gesamte Höhe vom Fuß bis zum Gipfel, übertrifft der hawaiianische Mauna Kea den Everest deutlich.

Unabhängig von der Definition bleibt der Mount Everest eines der beeindruckendsten Naturwunder unseres Planeten. Seine gewaltige Höhe, seine faszinierende Entstehungsgeschichte und die Herausforderungen einer Besteigung machen ihn zu einem Symbol für Abenteuer, Ausdauer und den menschlichen Entdeckergeist. Noch heute zieht der höchste Gipfel der Erde Wissenschaftler, Bergsteiger und Naturliebhaber aus der ganzen Welt in seinen Bann.

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